Pressemitteilung: Internationaler Tag gegen Gewalt gegen Frauen
Der „Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen“ setzt ein wichtiges Zeichen – doch er macht gleichzeitig deutlich, wie tief das eigentliche Problem im System verankert ist.
Es fehlt nicht an Bewusstsein für die Gewalt, sondern an Konsequenz. Seit Jahren erleben wir, dass Sexual- und Gewaltdelikte milder geahndet werden als Finanz-, Steuer- oder Verkehrsvergehen. Genau hier beginnt die strukturelle Schieflage.
Während der Staat bei Geld- und Ordnungsthemen kompromisslos durchgreift, werden Täter bei körperlicher oder sexualisierter Gewalt oft mit Strafen konfrontiert, die kaum abschrecken und Betroffene nicht schützen. Diese inkonsistente Strafpraxis führt dazu, dass gefährliche Täter schnell wieder in Freiheit sind – während die Betroffenen mit den langfristigen psychischen und sozialen Folgen alleine bleiben. Das untergräbt Vertrauen in die Justiz und lässt viele Menschen sich nicht ernst genommen fühlen.
Aktionstage können sensibilisieren, aber sie ersetzen keine konsequente Strafverfolgung und keine klare Prioritätensetzung. Sie sind sichtbare Symbole – doch hinter den Symbolen bleibt ein System, das Täter noch immer zu oft schont.
Solange harte Strafen und klare Grenzen dort gelten, wo es um Geld oder Ordnung geht, aber nicht dort, wo es um körperliche Unversehrtheit und Würde geht, bleibt Gewalt ein strukturelles Problem.
Wer es ernst meint, muss die Lücke zwischen Symbolpolitik und Realität schließen: durch konsequentere Urteile, bessere Schutzmechanismen, verbindliche Prävention und eine Justiz, die die Gefährlichkeit einer Tat höher bewertet als formale Nebenschauplätze.
Nur so wird deutlich: In Frankfurt haben Täter keinen Platz – und Betroffene endlich Priorität.
“DieFrankfurter“
Aus Frankfurt. Für Frankfurt
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